Das erste Neubaugebiet nach Jahrzehnten

BABENHAUSEN – Jahrzehnte wurde in der Babenhäuser Kernstadt kein neues großes Wohnbaugebiet mehr erschlossen.
(Darmstädter Echo, 07.11.2013)

BABENHAUSEN. Jahrzehnte wurde in der Babenhäuser Kernstadt kein neues großes Wohnbaugebiet mehr erschlossen. Doch nun werden in den nächsten Jahren insgesamt 71 neue Häuser im Gebiet der Lachewiesen entstehen. Die Offenlage der Pläne soll heute Abend (7.) vom Parlament beschlossen werden.

Obwohl das Bauleitverfahren für die Lachewiesen in Babenhausen noch nicht abgeschlossen ist, steht das Konzept bereits. Voraussichtlich schon im Winterhalbjahr soll mit den Erschließungsarbeiten begonnen werden. Dann könnte womöglich schon in einem Jahr zumindest ansatzweise mit der Bebauung begonnen werden.

Die Lachewiesen erstrecken sich in Verlängerung der Bürgermeister- Willand-Straße auf einer Fläche von 45 000 Quadratmetern in Richtung der Lache und den sich anschließenden Wohngebieten „Ost“.

Das Projekt „Lachewiesen“ wird von einer Arbeitsgemeinschaft vorangetrieben, die von den beiden einheimischen Jungunternehmen Kevin Aumann und Christian Früchtenicht – beide sind 34 Jahre alt – gebildet wurde. Die beiden sind sich bei einem Projekt in Modautal erstmals begegnet, haben 2009 dann gemeinsam das Projekt „Alte Ziegelei“ in Groß-Zimmern in Gang gebracht, das zum ersten Gemeinschaftsprojekt wurde. Dann folgte das Projekt „Campus“ in Dieburg, wo inzwischen die Bebauung ebenfalls sehr flott vorangeht.

Die Nachfrage nach Bauland ist schon jetzt sehr groß in Babenhausen. Christian Früchtenicht zeigt einen Planentwurf vor, auf dem bereits auf fast 30 Plätzen ein Stempel mit einem „R“ – also reserviert – prangt. Babenhäuser, aber auch auswärtige Bauwillige haben sich bereits vormerken lassen. Dabei hat die AG „Lachewiesen“ das gesamte Gelände selbst erst vor kurzem angekauft. Es gehörte zu etwa zwei Dritteln der Stadt Babenhausen, teils ebenso privaten Grundstückbesitzern.

Der Bebauungsplan für die Lachewiesen, der jetzt noch vom Stadtparlament beschlossen werden muss, wobei die Projektentwickler hoffen, dass dies noch in diesem Jahr geschieht, sieht die Errichtung von Einfamilienhäusern auf relativ großzügig zugeschnittenen Baugrundstücken zwischen 450 und 600 Quadratmetern vor. Errichtet werden dürfen bis zu zweigeschossigeHäuser auch mit ausgebautem Dachgeschoss in Angleichung an benachbarte Wohngebiete. „Mit den Vorgaben erfüllen wir die Wünsche der Interessenten“, erklären Christian Früchtenicht und Kevin Aumann. Gefragt ist eine aufgelockerte Bebauung. Entlang der Lache wird ein etwa 50 Meter breiter Grünstreifen frei bleiben. Der dient auch als Retentionsfläche, obwohl dort bisher keine Überschwemmungen auftraten.

Einschließlich der Erschließungskosten werden die Bauplätze je nach Lage zwischen 250 und 300 Euro je Quadratmeter kosten. Provisionen fallen nicht mehr an. Über das gesamte Projekt kann man sich auch im Internet auf www.lachewiesen.de schlau machen.

Die Stadt Babenhausen hatte in den vergangenen Jahren die Baulanderschließung gezielt gesteuert. Die Kommunalpolitiker widerstanden den aus den Stadtteilen immer wieder aufkommenden Forderungen nach Baulanderschließungen im Gießkannen- Verfahren. So wurden innerhalb der letzten 15 Jahre in den Stadtteilen Sickenhofen und dann in Hergershausen große Flächen ausgewiesen und erschlossen, ein kleineres neues Wohngebiet zuletzt auch in Harpertshausen.

Originalartikel